Hansjörg Wicha

Elektronik - Ing., Tonmeister, München

Montag 26.10.98, 10.30 Uhr

"Das Siemens-Studio für elektronische Musik München"

Kurzbiographie:

Hansjörg Wicha, geb. am 08.07.1933 in Dresden. Nach der Schulausbildung und Studium in Berlin zum Toningenieur und Tonmeister, begann meine Tätigkeit als Toning. und Tonmeister im Berliner Rundfunk, Masurenallee. Während dieser Zeit wurde ich zusätzlich als technischer und musikalischer Berater an verschiedenen Theatern (Komische Oper/Berlin; unter Walter Felsenstein und Maxim Gorki-Theater unter Prof. Walter Vallentin und sonstigen kulturellen Institutionen) verpflichtet. Weiterhin wurde auch meine Tätigkeit auf Kurz - und Spielfilmherstellung bei der DEFA erweitert. Im Januar 1960 übersiedelte ich nach München und hier begann meine Tätigkeit im Hause Siemens im Prüffeld und erweiterte sich auf dem Gebiet von elektronischen Filtern. Wiederum hatten diese Spezialaufgaben zufolge, daß ich für einige Monate in das Siemens - Werk Mailand/Italien für Neuentwicklung und Messungen von Spezialfiltern geschickt wurde. Nach meiner Rückkehr aus Mailand wurde ich sofort in den Bereich ZEA (Zentrale Entwicklung Aufgaben) in München ,Oskar - von - Miller - Ring, für den weiteren Ausbau und Entwicklung vom Studio für elektronische Musik übernommen. Auch die Aufgabe als Toningenieur in diesem Studio machte die Tätigkeit interessant, da eine neue Form von elektronischer Musik in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Künstlern entstand.

Das Studio für elektronische Musik vom Hause Siemens, wurde im Mai 1964 an die Geschwister-Scholl- Stiftung vergeben. Ab diesem Zeitpunkt wurde ich mit der Aufgabe eines Dozenten an der Hochschule für Gestaltung / Ulm, dem Institut für Filmgestaltung, für 4 Jahre gerufen. Hier wurde von mir ein neues Studio entwickelt und aufgebaut, unter Mitwirkung des Architekten Erwin Mühlestein. In dieses Filmstudio wurde das Siemens - Studio für elektronische Musik aus München integriert. Nach der Stillegung des Studios im Mai 1968 verließ ich das Institut für Filmgestaltung / Ulm und machte mich selbständig auf dem Gebiet der Herstellung von Geräten zur elektronischen Klangerzeugung, u.a. ein Gerät mit einigen nachempfundenen Klangkomponenten aus dem Studio (siehe mein Gerät zur elektronischen Klangerzeugung "Thowiphon"), ausgestellt im Deutschen Museum, München.

Diese, meine Firma ist bis zum heutigem Tage mit der Entwicklung und Herstellung von elektronischen Geräte für die unterschiedlichsten Bereiche, befaßt. Im Frühjahr 1994 wurde ich beauftragt den erhaltenen Rest von Gerätschaften aus den 1968 stillgelegten Studio vom Institut für Filmgestaltung, zu üherarheiten und soweit möglich wieder funktionstähig zu machen. Dieses Studio wurde mit finanzieller Unterstützung vom Hause Siemens in den Räumlichkeiten vom Deutschen Museum aufgestellt und ist dort zu besichtigen.

 
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