Josef Anton Riedl - Siemens-Studio für elektronische Musik
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Josef Anton Riedl - Siemens-Studio für elektronische Musik
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nach verschiedenen musikalischen erprobungen der apparatur bereits seit 1956 und im zusammenhang mit vorläufig fertiggestellten abschnitten des filmes ab 1957 erfolgte von frühjahr 1959 an für den film die eigentliche komposition der musik - elektronische klanggestaltung - und ihre technische realisierung sowie im gleichen jahr oktober seine uraufführung.

zur veröffentlichung kam nun (bezüglich der parameter dauer, tonhöhe, farbe und lautstärke) lochstreifengesteuerte elektronische musik, die bis zu diesem zeitpunkt noch nicht gehört werden konnte.

die praktische bewährung der apparatur, der erfolg des filmes bei publikum und presse sowie durch die verleihung von auszeichnungen und preisen (drehbuch, regie, kamera, schnitt und musik) und das jetzt auftretende interesse von komponisten, insbesondere aber von film-, theater- und hörspielregisseuren, mit dieser apparatur hergestellte elektronische musik zu verwenden, sowie die anregung von carl orff, josef anton riedl, alexander schaaf, helmut klein u. a. bei der leitung von siemens, ein studio für elektronische musik zu gründen und zu unterhalten, veranlaßten die firma, dies noch 1959 zu tun.

die apparatur verlegte man daher nach münchen, in räume des siemensgebäudes am oskar-von-miller-ring, wo sogleich produktionen elektronischer musik für film, theater u. a. begannen. bald wurde die anzahl der studiomitglieder und studioräume erhöht, nach und nach wurden neue geräte hinzugekauft und andere übernommen, erfahrungen aus der praktischen arbeit mit den komponisten in verbesserungen der vorhandenen apparatur und zu neuentwicklungen von geräten umgesetzt, und es entstanden auch verstärkt kompositionen autonomer musik und fanden klangexperimente statt.

oktober 1963 übergab siemens das studio der geschwister-scholl-stiftung. später umfaßte das team des studios alexander schaaf (technischer leiter), helmut klein (entwicklungsingenieur), rudolf heinrich (technischer praktikant), hansjörg wicha (tonmeister), gerda sommerfeld (tontechnikerin), martin wöhr (tontechnischer praktikant), josef anton riedl (künstlerischer leiter) u. a., und die räumlichkeiten beliefen sich auf 8, regie-, maschinen-, büro- und entwicklungsraum, raum für sprachaufnahmen, raum für vokal- und instrumentalmusikaufnahmen sowie 2 räume zum lagern von geräten.

ab april 1965 gehörte dem studio eine abteilung psychophysik des hörens an, in der volker rahlfs untersuchungen durchführte.



 
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