Herbert W. Franke - Computer und Kreativität
Article Index
Herbert W. Franke - Computer und Kreativität
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Computer und Kreativität 

von Herbert W. Franke 1996

  • Der Computer ist eine universelle Rechenmaschine.
  • Der Computer ist ein logischer Prozessor.
  • Der Computer ist das komplizierteste verfügbare Spielzeug.
  • Der Computer ist eine multifunktionale Kunstmaschine.
Was ist der Computer wirklich? Er ist alles das - und noch viel mehr. Er ist das komplexeste Gebilde, das die Menschheit hervorgebracht hat. Und man wird sich Jahrzehnte damit beschäftigen, die daraus folgenden Konsequenzen zu ermitteln.
  • Was ist der Computer nicht?
Er ist sicher kein Gehirn, was aber nicht ausschließt, daß er im Laufe seiner Entwicklung Intelligenz erwirbt.

Damit im Zusammenhang steht: Er ist keine kreative Maschine. Trotzdem gibt es enge Zusammenhänge zwischen dem Computer und der Kreativität.

Kreativität ist die Fähigkeit, Innovation hervorzubringen, also jene Art von Information, die frei von Redundanzen ist. Innovationen braucht man überall im täglichen Leben, besonders aber in der Kunst, in der Wissenschaft und in der Technik. Was hier speziell gefordert ist, ist die Fähigkeit, neu anstehende Probleme zu lösen. Ein bisher ungelöstes Problem läßt sich nur mit Wissen lösen, das neu hervorgebracht wird. Vielleicht kann man sich dabei auf Ähnlichkeiten mit schon bearbeiteten Fragestellungen stützen, auf Erfahrungen aus vergleichbaren Themenbereichen und dergleichen mehr; wenn das Problem aber wirklich neu ist, dann muß zum überlieferten Wissen neue Information hinzukommen.

Die Information spielt im Bereich der Datenverarbeitung eine ähnlich tragende Rolle wie die Energie in der Physik. Für diese gilt der Satz, daß sie weder erzeugt noch vernichtet werden kann, und es ist von grundlegender Bedeutung, daß ein entsprechendes Gesetz für die Information nicht gilt. Sie läßt sich hervorbringen - und auch vernichten.



 
< Prev