Tilman Küntzel

Klangkünstler, Lüneburg

Vortrag:

"Lights & Sounds by Tilman Küntzel, Licht- und Klangalegorien zwischen high- und lowtech"

In dem Arbeitszyklus "Lights & Sounds" sind audiovisuelle Objekte, Installationen und Kompositionen zusammengefasst. In allen Arbeiten werden Leuchtintervalle von Objekten, vorwiegend mit Lichterketten, hörbar gemacht. Die Subjektivität der synästhetischen Wahrnehmung des Betrachters lässt die audiovisuellen Eindrücke der inszenierten Licht- und Klangquellen individuell erfahrbar werden. Einige Objekte beinhalten statische Rhythmen, die durch Chips programmiert sind, andere werden durch einen Zufallsmechanismus geschaltet. Dieser Mechanismus ist denkbar einfach konstruiert und bedarf keinerlei Technik. Ein Be-Metal Schalter in der Glühbirne schaltet bei steigender Wärmeentwicklung aus und nach einer kurzen Abkühlphase wieder ein. Dadurch ergeben  sich Leuchtintervalle, die sich sowohl im Verhältnis zur eigenen Leuchtdauer, als auch zu den klimatischen Außenbedingungen verhalten. In ersten Installationen habe ich diese Rhythmen durch piezoelektrische Elemente hörbar gemacht. Als Weiterführung habe ich ein Interface bauen  lassen, das diese Intervalle in midifähige Signale umsetzt. Gerade die lowtech Qualität der Objekte bietet hier nunmehr eine Vielfalt von Möglichkeiten. In der Palette der Midi Einstellungen gibt es die "Velocity Range", eine Skala von Impulsstärken, das einer Taste auf dem Keyboard  zugeordnet ist. Jeder eingehende Impuls (Stromstärke), wird einem neues Klangbild zugeordnet.  Zwei Faktoren tragen dazu bei, daß von einem Objekt bis zu 10 Velocity-Stufen bedient werden.
1.:  Durch die nicht stabilisierte Stromaufnahme der Objekte gibt es Stromschwankungen, die auch als leichte Nuancen in der Leuchtintensität zu erkennen ist.
2.: Durch den Anschluß von mehreren Objekten an ein Netzteil entstehen Stromschwankungen durch die individuellen Leuchtintervallen.

In meiner Präsentation werden ich diese Mechanismen in Bild und Ton erläutern, sowie Arbeiten aus anderen audiovisuellen Arbeitsbereichen vorstellen.

Kurzbiographie:

Geboren 1959. Studium der Bildenden Kunst in Hamburg bei Claus Böhmler, Henning Christiansen u.a.. Seit 1990 stellt er ortsspezifische Klanginstallationen und Objekte aus und schafft daneben Klang-Collagen und Kompositionen für Instrumentalisten. Seine Arbeit konzentriert sich aus synästhetische Wahrnehmung. Sein Ziel ist es, neue aleatorische Prozesse für musikalische Kompositionen in Interaktion mit dem Betrachter - ausgehend von Themen des täglichen Lebens - zu schaffen. Er lebt und Arbeitet in Schweden und Deutschland.

Tabelarische Übersicht
* 1959  in Hessen (D), aufgewachsen in Niedersachsen.
 1982 - 1990 Studium “Freie Kunst” HfbK-Hamburg, (Prof. Claus Böhmler, Ernst Mitzka, Henning Christiansen),
 1983 - 1984 Gaststudent an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg,
 1986  Stipendiat des deutsch - französischen Jugendwerks: Marseille, bei Prof. Soun-Gui Kim,
 1989  Stipendium der Stiftung BINZ, Zürich (CH) in Scuol – Tarasp (Engadin),
 1990   Diplom mit Auszeichnung, Aufbaustudium bis `92 (Kontakte mit Prof. Sigmar Polke),
 1991  Arbeitsstipendium der Kulturbehörde Hamburg,
 1992   Preisträger des “Forum Junger Kunst” Stuttgart,
 1992   Studium “Systhematische Musikwissenschaft” Universität Hamburg,
 1993  Artist in Residenz, Apollohuis Eindhoven (NL) bei Paul Panhuysen,
 1993  DAAD - Stipendium Kalifornien (USA ) bei Allan Kaprow, Kontakt mit Paul Mc Carthy,
 1998 / `99  Arbeitsstipendium „Akademie Schloss Solitude“, Stuttgart,
 1999   EMARE Arbeitsstipendium C3 – Centrum for Cultur and Communication, Soros Foundation Budapest (HU).
Seit 1992   Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Lüneburg, Fachbereich Ästhetik und Kommunikation.

2000    - Hannover (D) Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Ein Treppenhaus für die Kunst V
    „     - Budapest (Hu) Goethe-Institut "Ein kleiner Rosengarten"
     „    - Potsdamm (D) Brandenburgischer Kunstverein e.V., Lichtinstallation
     „    - Sunne (S), The Alma Löv Museum for experiemntal + unexp. Art
     „    - Karlskoga (S) Konsthall ( mit Max Streicher, Toronto)
Einzelausstellungen  (Auswahl)
1999  - Stuttgart, Akademie Schloss Solitude, „Oh Solitude“ (Katalog)
      „    - Neuenkirchen Kunstverein Springhornhof– „Syntopische Landschaften“ Licht- und Klanginstallationen. (Katalog)
     „     - Berlin,  Galerie K & S, LIGHTS & SOUNDS
1998   - Toronto (Canada)  Mercer Union, Center for Contempoary Art "Ein Kleiner Rosengarten"
      “ - Smedsby (S)  Alma Löv - Museum for experimentel & unexp. Art „The Alma Löv Brain-Storm Site”
      “ - Lüneburg EHeinrich-Heine-Haus „Den Ort auffüllen den Heine mit sich auffüllte“ Klanginstallationen
      “ - Hamburg  Galerie 7/8, „Billy The Cow“ -Metamorphose vom Schlachtvieh zu Billy die Kinderpastete, interakt. CD-scratch Installation
1997  -Lodz (PL) “Galeria Wschodnia „Light and Sound Installation
     “ - Malmö (S) E Galerie Rostroom, “Light and Sound Installations”
     “ - Neu Delhi (Ind) E Max Mueller Bahavan (Goethe-Institut) New Delhi, “Light and Sound Installations”
1996 - Hamburg  Weltbekannt e.V., Schaukästen “Tilman knows - the artists nose in 100% chocolat”, „The Shouting christmas Stars“
     “ - Kassel  Produzentengalerie Kassel, “The Sound of Horror Vacui” Licht-/Klanginstallation
1995 - Frankfurt/O. Galerie Grenzraum - ehem. Landmaschienenhalle, “Based on a true Story
   “ - Bialystock (PL)  Galeria Arsenal (mit Paul Panhuysen) „The sound of Hyperreal Fetishes”
1994 - Hamburg  Galerie KM 235, “Tilman Küntzel shows up in Hamburg” Licht-/Klangobjekte
     “ - Eindhoven (NL)  Het Apollohuis, “Phoneme, Morpheme, Prosodie“
1992  - Baden-Baden Kunsthalle Baden-Baden “Wir fangen das Mögliche - Wahrnehmungsräume”
     “ - Bialystock (PL)  Galeria Arsenal, “Mirek Filonik + Tilman Küntzel”, Klangobjekte
    "     - Poznan (PL)  Galeria AT, “Manchmal müssen es rote Lippen sein, manchmal müssen es rote Äpfel sein „ kinetische Installation
1991 -Lodz (Pl.) Galerie Wschodnia "Tauben-Kanarienvögel-Wellensittige-Tiegerfinken"
 - Hamburg, Kunsthalle Hamburg, Phonothek, Klangcollagen

 
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